Einstellungs-Glossar

Employee Benefits & Leave Policies

Sachbezüge

Sachbezüge (Benefits in Kind, BIK) sind nicht-monetäre Vergünstigungen und Vorteile, die Arbeitgeber Mitarbeitenden zusätzlich zum regulären Gehalt oder Lohn gewähren. Diese reichen von kleinen Perks bis zu umfangreichen Leistungen und tragen oft zur Gesamtvergütung bei.

Milani Notshe

Research Specialist

Zuletzt aktualisiert

May 21, 2026

Lesezeit

6

Min. Lesezeit

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what Sachbezüge?

Als Geschäftsführer oder Personalleiter begegnen Ihnen häufig der Begriff „Sachbezüge“ im Kontext der Mitarbeitervergütung. Sachbezüge sind nicht-monetäre Leistungen, die Mitarbeitenden zusätzlich zum regulären Gehalt gewährt werden. Dazu können Firmenwagen, private Krankenversicherung oder subventionierte Mahlzeiten gehören. Sachbezüge zu verstehen ist wichtig, weil sie Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung steigern können und steuerliche Auswirkungen für Arbeitgeber und Mitarbeitende haben.

Beispiel: Bietet Ihr Unternehmen Mitarbeitenden einen Firmenwagen zur privaten Nutzung, gilt dies als Sachbezug. Der Wert dieser Leistung ist in der Regel steuerpflichtig, und Arbeitgeber sowie Mitarbeitende können Meldepflichten haben. Es ist wichtig, diese Benefits ordnungsgemäß zu verwalten, um steuerrechtliche Vorgaben einzuhalten und ihren Wert im Gesamtvergütungspaket korrekt abzubilden.

Benefits in Kind, refer to non-monetary perks and advantages employers provide employees on top of their salary or wages.

Typische Beispiele für Sachbezüge sind:

  • Firmenwagen: Mitarbeitende erhalten Zugang zu einem Fahrzeug für private und dienstliche Nutzung.
  • Private Krankenversicherung: Arbeitgeber bieten private Kranken- oder Zahnversicherung an.
  • Kinderbetreuung: Subventionierte oder betriebseigene Kinderbetreuung kann Teil eines Benefits-Pakets sein.
  • Unterkunft: Wohn- oder Mietzuschüsse – besonders bei internationalen Versetzungen.
  • Zinslose Darlehen: Arbeitgeber gewähren zinslose oder zinsgünstige Darlehen, oft für Reisen oder Umzüge.
  • Studienerstattung: Der Arbeitgeber übernimmt ganz oder teilweise Bildungskosten wie Studiengebühren, Bücher und manchmal weitere schulbezogene Ausgaben. 

Worin unterscheiden sich Sachbezüge von monetärer Vergütung?

Im Gegensatz zu direkter monetärer Vergütung wie Gehalt oder Boni umfassen Sachbezüge nicht-monetäre Leistungen, die das Arbeits- und Privaterleben verbessern. Während klassische Vergütung die finanzielle Situation stärkt, zielen Sachbezüge auf Lebensqualität innerhalb und außerhalb des Arbeitsplatzes. Die wichtigsten Unterschiede:

Aspekt Sachbezüge (BIK) Monetäre Vergütung
Form der Vergütung Nicht-monetäre Leistungen wie Firmenwagen, Versicherung, kostenlose Mahlzeiten usw. Direkte Barzahlungen (Gehalt und Boni).
Nutzung und Wert Bestimmte Verwendungszwecke (z. B. Reisen mit Firmenwagen). Flexibel; frei nutzbar durch Mitarbeitende.
Steuerliche Auswirkungen Oft steuerpflichtig; teilweise oder vollständig befreit möglich. In der Regel einkommensteuerpflichtig mit weiteren Abzügen.
Mitarbeitermotivation Lifestyle-Perks, Komfort und Status. Beeinflusst direkt die finanzielle Handlungsfähigkeit und kann durch höhere Einkünfte motivieren.
Kosten für Arbeitgeber Kann steuerlich vorteilhaft sein und Lohnsteuerlast senken. Direkte Erhöhung der Lohnkosten und Steuerlast bei Erhöhungen.

Welche Sachbezüge schätzen Mitarbeitende am meisten?

Mitarbeitende legen großen Wert auf verschiedene Sachbezüge – besonders im Bereich Gesundheit, Flexibilität und Karriereentwicklung. Besonders geschätzt werden:

  • Gesundheit und Wellness: Krankenversicherung bleibt entscheidend – 88 % der Mitarbeitenden sehen sie als wichtigsten Faktor bei der Jobwahl. Viele Unternehmen haben die Unterstützung für psychische Gesundheit ausgebaut – etwa 90 % bieten dies seit der Pandemie als Standardleistung an. 
  • Flexible Arbeitsmodelle: Flexibilität ist zunehmend essenziell – 70 % der Mitarbeitenden priorisieren Remote-Arbeit oder flexible Arbeitszeiten. Flexible Modelle verbessern auch die Bindung, da Mitarbeitende länger bleiben, wenn solche Benefits angeboten werden. 
  • Berufliche Entwicklung: Karrierechancen sind für 65 % der Mitarbeitenden wichtig – viele würden länger bleiben, wenn Weiterbildungsangebote bestehen.
  • Finanz- und Altersvorsorge-Benefits: Altersvorsorgepläne sind hoch im Kurs – 81 % der Mitarbeitenden betrachten sie als essentiaell. In den USA steigern Arbeitgeber mit 401(k)-Matching die Zufriedenheit und Bindung. 

Wie werden Sachbezüge besteuert?

Sachbezüge (BIK), also nicht-monetäre Mitarbeiterleistungen, sind oft steuerpflichtig, da sie Teil der Gesamtvergütung gelten. Die konkrete Behandlung variiert je nach Land, Leistungsart und lokalem Steuerrecht. Überblick über die übliche Besteuerung:

Allgemeine Besteuerung von Sachbezügen

  • Wertermittlung: Steuerbehörden bewerten Sachbezüge meist nach dem Marktwert – also dem, was Mitarbeitende selbst dafür gezahlt hätten. Dieser Betrag wird dem zu versteuernden Einkommen hinzugefügt.
  • Steuer für Mitarbeitende vs. Arbeitgeber: Mitarbeitende zahlen typischerweise Einkommensteuer auf den Leistungswert; Arbeitgeber können bei bestimmten Benefits zusätzliche Lohnsteuern schulden.

Arten steuerpflichtiger Sachbezüge

  • Firmenwagen: Oft nach Marktwert besteuert – mit Anpassungen für Kraftstoff, CO₂-Emissionen und private Nutzung. In Ländern wie dem UK gelten unterschiedliche Sätze je nach Umweltauswirkung.
  • Unterkunft: Vom Arbeitgeber bereitgestellte Wohnung ist meist steuerpflichtig – nach Mietwert oder anfallenden Kosten. Ausnahmen gelten, wenn Wohnen für die Tätigkeit erforderlich ist (z. B. Sicherheitspersonal vor Ort).
  • Zinslose Darlehen: Bei Darlehen ohne oder unter Marktzins gilt der „Vorteil“ der gesparten Zinsen oft als steuerpflichtiges Einkommen.

Sind Sachbezüge steuerfrei?

Manche Leistungen wie Altersvorsorgebeiträge oder bestimmte Bildungsbenefits können ganz oder teilweise steuerfrei sein, um Mitarbeiterwohl oder Entwicklung zu fördern.

In vielen Regionen sind vom Arbeitgeber gezahlte Krankenversicherungsprämien steuerfrei – die Regeln variieren. In den USA zählt Arbeitgeber-Krankenversicherung in der Regel nicht als steuerpflichtiges Einkommen für Mitarbeitende.

Die steuerlichen Auswirkungen von Sachbezügen zu verstehen ist für Arbeitgeber und Mitarbeitende wichtig, um Compliance sicherzustellen und die Gesamtvergütung zu optimieren.

Wie melden Sie Sachbezüge?

Viele Rechtsordnungen verlangen, dass Arbeitgeber Sachbezüge den Steuerbehörden melden. Arbeitgeber erfassen BIK-Werte typischerweise in Steuerdokumenten wie dem W-2 in den USA oder P11D im UK. Mitarbeitende müssen diese Beträge ggf. in der Einkommensteuererklärung angeben.

In manchen Ländern müssen Mitarbeitende bestimmte BIK-Werte selbst einschätzen, wenn sie nicht in der Lohnabrechnung enthalten sind.

Arbeitgeber sollten genaue Aufzeichnungen führen und Melderichtlinien einhalten, um Transparenz und Compliance zu gewährleisten.

Was sind die Vor- und Nachteile von Sachbezügen?

‍Sachbezüge (BIK) bieten Arbeitgebern und Mitarbeitenden verschiedene Vorteile und Nachteile. Sie können Zufriedenheit steigern und steuerlich effiziente Perks liefern, bringen aber auch administrativen Aufwand mit sich und bieten nicht die gleiche Flexibilität oder unmittelbare finanzielle Wirkung wie Barvergütung. 

Arbeitgeber sollten den potenziellen Nutz von BIK prüfen, da sie nicht verpflichtend sind. Zusammenfassung der wichtigsten Vor- und Nachteile:

Die Vorteile von BIK Die Nachteile von BIK
BIK wie Krankenversicherung, Altersvorsorge und flexible Arbeitsmodelle können Talente anziehen und binden. Die Besteuerung von BIK kann komplex sein – je nach Leistungsart und Rechtsordnung. Das erhöht den Verwaltungsaufwand und kann unerwartete Steuern für Mitarbeitende bedeuten.
Viele BIK bieten Steuervorteile und sind für beide Seiten kosteneffizient. Beispiel: Arbeitgeberbeiträge zur Altersvorsorge oder Krankenversicherung können in manchen Regionen steuerfrei sein. Manche BIK passen nicht zu allen Mitarbeitenden. Ein Firmenwagen ist für jemanden mit öffentlichen Verkehrsmitteln weniger nützlich – Barvergütung wäre flexibler.
Perks wie Kinderbetreuung, Fitnessstudio und psychische Gesundheitsunterstützung verbessern die Lebensqualität und können Zufriedenheit sowie Work-Life-Balance steigern. Benefits können als ungleich empfunden werden, wenn sie besser zu bestimmten Lebensstilen oder Rollen passen – das kann Fairness-Gefühle im Team beeinträchtigen.
Arbeitgeber können Leistungen günstiger anbieten als equivalente Gehaltserhöhungen. Ein Firmenfitnessstudio oder vergünstigter Transport kann günstiger sein als Gehaltserhöhungen und dennoch geschätzt werden. BIK erhöhen nicht direkt das Nettoeinkommen – ein Nachteil für Mitarbeitende, die Barvergütung über nicht-monetäre Benefits priorisieren.

Sachbezüge sind ein wichtiger Bestandteil moderner Vergütungspakete und bieten Mitarbeitenden vielfältige nicht-monetäre Vorteile. Wettbewerbsfähige Vergütungspakete für globale Teams zu managen, kann komplex werden – muss es aber nicht. Mit den Benefits-Management-Lösungen von Playroll können Arbeitgeber erstklassige Benefits weltweit anbieten und Top-Talente binden – ohne bürokratischen Aufwand. 

FAQs zu Sachbezügen

Unterscheiden sich Sachbezüge nach Branche oder Land?

Ja, die als BIK angebotenen Leistungen können je nach Branchenpraxis und lokalen Vorschriften deutlich variieren. Tech-Unternehmen betonen oft Aktienoptionen, während multinationale Konzerne expatriierten Mitarbeitenden Wohnzuschüsse gewähren.‍

Wie ermitteln Arbeitgeber den Wert von Sachbezügen?

Arbeitgeber ermitteln den BIK-Wert typischerweise anhand von Marktstandards, Marktwert oder spezifischen Bewertungsmethoden der Steuerbehörden. Eine genaue Bewertung ist für steuerliche Compliance und eine transparente Darstellung der Gesamtvergütung wichtig.

Können Mitarbeitende ihre Sachbezüge wählen, oder legt der Arbeitgeber sie fest?

Die Wahlfreiheit bei BIK variiert je nach Unternehmen. Manche Organisationen bieten ein Leistungsspektrum zur Auswahl nach Präferenzen und Bedürfnissen; andere haben standardisierte Pakete.

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ÜBER DEN AUTOR

Milani Notshe

Milani ist erfahrene Research- und Content-Spezialistin bei Playroll, einem führenden Employer of Record-Anbieter. Mit einem starken Hintergrund in Politics, Philosophy and Economics spezialisiert sie sich auf die Identifikation neuer Compliance- und globaler HR-Trends, damit Arbeitgeber im globalen Beschäftigungsumfeld stets auf dem neuesten Stand bleiben.

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